Geschichte des Turnvereins 1891 Gailingen e.V.


Man schrieb das Jahr 1811, als das Turnen in Deutschland aufkam. Friedrich
Ludwig Jahn kann als Begründer des deutschen Turnwesens bezeichnet
werden. ( Turnvater Jahn 1778-1852 )
80 Jahre später wurde am 14. Juni 1891 der Turnverein Gailingen gegründet.
Im Restaurant „Schiff“ trafen sich 33 Turner zur Gründungsversammlung.
Die erste Vorstandschaft setzte sich aus folgenden Herren zusammen:
Vorstand Gustav Schlegel Schriftwart Emil Hirth
Turnwart Peter Brütsch Beisitzer Emil Bloch
Kassenwart Karl Auer Beisitzer Heinrich Ruh
Nach der Gründungsversammlung wurde beim Bezirksamt in Konstanz
beantragt den Turnverein Gailingen 1891 als Verein eintragen zu lassen.
Eingetragen als Verein wurde er beim Großherzoglichen Bezirksamt in Konstanz
am 8. Juli 1891.
Aus den Statuten die sich der Verein gab spricht unverkennbar der Geist „Jahn’s“
der eine Grundordnung geprägt hat, die für alle Generationen Gültigkeit und Be-
stand haben soll. Ganz deutlich kommt auch aus der Satzung zum Ausdruck: die
Pflege der Geselligkeit und die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls.
Mutig ging die junge Jahn-Schar ans Werk und bald erfuhr der Verein neben innerer Erstarkung auch in der Öffentlichkeit Interesse und Zuneigung. Der Verein wuchs und genoss die Achtung der Bevölkerung und der Gemeinde. Die Gemeinde bot sich an zur Gewährung eines Turnplatzes, ebenso stand Sie dem
Verein bei der Anschaffung der nötigen Turngeräte bei.
Am 1. März 1893 schloss sich der Turnverein 1891 dem Höhgauer – Turnverband
an. Der erste Besuch eines Turnfestes wurde am 19. August 1894  in Überlingen am See beim 17. Höhgauer-Turnfest gemacht.
Am 14. August 1898 errang die in der Zwischenzeit tüchtiger gewordene Mannschaft des Vereins in Volkertshausen einen ersten Eichenkranz mit Diplom.
Von Erfolg zu Erfolg schritt die im festen Wachsen begriffene Turnbewegung in Gailingen ins neue Jahrhundert. In den folgenden Jahren kam es zu einer regen Teilnahme an den Turnfesten. Ohne merkliche Krisen ging die Entwicklung vor
sich und der Turnverein nahm eine beachtenswerte Stellung unter den übrigen Ortsvereinen ein.
Da -  im Jahr 1914 erstirbt das Vereinsleben durch die Kriegswirren.
Eine Wiedergeburt des Turnvereins Gailingen unter Dionys Auer findet am 29. März 1919 im „Hirschen“ statt. Turnen war der Schwerpunkt, es gab aber auch
eine Leichtathletik- und Schwimmabteilung. Es wurden wieder eine Reihe von Turnfesten besucht. Höhepunkt war die Turnfahrt des Hegau-Turngaus, die grösste turnerische Veranstalung Oberbadens die am 1. u. 2. September 1928 in
Gailingen stattfand. Der Verein und die Einwohnerschaft waren sich der hohen Aufgabe wohl bewusst, die Gäste - 1500 Sportler würdig zu empfangen.

Die weitere Geschichte des Turnvereins im Zeitraffer:

1930 

Teilnahme am 15. Badischen Turnfest im August in Mannheim.
Beim Vereinsturnen wurde ein hervorragender  2. Platz erreicht.
1931 

Am 8.November 40jähriges Stiftungsfest des Turnvereins.
 

1932

Vom November bis Januar 1934 Bau der alten Turnhalle im Brei-
 tenweg.
 

1937

Der Verein war nicht mehr in der finanziellen Lage die Schulden der Halle zu tilgen. Nach Verhandlungen mit der Gemeinde übernahm diese die Halle sowie alle Kosten und Lasten. Die Halle sollte vom Verein weiter benutzt werden, wurde aber  durch den Nationalsozialis-
mus und den 2. Weltkrieg zu einer Fabrik umfunktioniert. Während des Krieges kam das turnerische Leben zum Erliegen.
 

1946 

Der frühere Turnverein durfte sich zwar wieder sportlich betätigen, musste sich aber zu einem Gesamtsportverein zusammen schliessen.
 

1949

Die Sportstunden fanden überwiegend im Freien statt, da es an geeigneten Räumenfehlte und die Alte Halle nicht zur Verfügung stand.
 

1950

Als dann auch die vorübergehend zur Verfügung gestellten Räume für andere Zwecke benötigt wurden, trat mangels geeigneter Übungsmöglichkeiten und sonstiger Gründe ein Stillstand im Leben des Turnvereins ein.
 

1966 

Am 26. November fanden sich eine stattliche Zahl Turnfreunde und Frauen des Gymnastiksports zur Neuformierung des Turnvereins 1891 zusammen. Die im April 1962 privat entstandene Frauengymnastikgruppe trat dem wiedergegründeten Verein bei. Zum 1. Vorstand wurde Josef Zahn gewählt, der schon seit 1912 dem Verein angehörte.
 

1967

Um der Öffentlichkeit einmal das turnerische Können der einzelnen Abteilungen zu zeigen wurde beschlossen eine Winterunterhaltung abzuhalten.
 

1968 

Wechsel in der Vorstandschaft, aus Altersgründen legte Josef Zahn sein Amt nieder. Als neuer 1. Vorstand wurde in der Generalver- sammlung Werner Schneble gewählt. Am 15. September fand der 1. Gailingen Volkslauf statt.
 

1970 

Der 1. Gailinger Volksmarsch  mit über 200 Wanderer wurde am 4. Oktober durchgeführt.
Herbstveranstaltung und 80jähriges Jubiläum des Turnvereins in der Hochrheinhalle mit einem buntgemischtem Programm.
 

1974 

Die Vorstandschaft unterzeichnet mit der Gemeinde Gailingen einen Vertrag über die Überlassung der alten Turnhalle zum Gebrauch für die Übungsstunden. Vordringliche Arbeiten, die Halle war zuletzt als Postamt genutzt worden, sind Sanitäranlagen, Waschgelegenheiten und
 Heizungsverhältnisse. An der Alten Turnhalle wurden Umbaumassnahmen durchgeführt.
 

1976 

Bei der Jahreshauptversammlung wurde auf Grund der Änderung der Satzung, Werner Schneble Präsident und Karl Kästle neuer 1. Vorstand. Am 10. Februar Gründung einer Handballabteilung im Turnverein. 8 Tage später wurde nach einer Besprechung in der alten Halle dieTischtennisabteilung im Verein gegründet.
 

1977 

Beim 1. Gailinger Dorffest beteiligt sich der Turnverein am Gemeinwohl. Im Laufe des Jahres hat der Turnverein eine weitere Ausweitung erfahren durch die Bildung einer Skiabteilung.
 

1979 

Die Handballer werden ohne Punktverlust überlegen Meister der B-Klasse und Aufsteiger in die Kreisklasse A. Die Skiabteilung hat sich wieder aufgelöst. Bei der Jahreshauptversammlung  scheidet Karl Kästle als 1. Vorstand aus, sein Nachfolger wird Günter Tirolf. Die Tischtennisherrenmannschaft wurde in Ihrer Spielklasse Meister. Als weitere Abteilung im Turnverein wurde die Badminton-Sportgruppe aufgenommen.
 

1985 

Gründungsversammlung der Turnabteilung. Am 5. Oktober wurden aus den Gruppen Montag-Gymnastikfrauen, Donnerstag-Gymnastikfrauen, Seniorinnen, Freitag-Männerriege und der Turnerjugend die Abteilung „Turnen“ gegründet.
 

1986 

Die neu gegründete Turnabteilung veranstaltet im September ein Turnund Spielfest für Kinder und Jugendliche.
 

1987 

19 Mitglieder des Vereins fahren nach Berlin und nehmen vom 31. Mai-07. Juni am Deutschen Turnfest teil.
 

1988 

Am 28. August veranstaltet der Turnverein sein erstes Sport- und Spielfest für Gross und Klein. 116 Teilnehmer massen sich im Turnwettkampf, Leichtathletik-Dreikampf oder beim Fitnesstest.
 

1989

Werner Schneble, Präsident, der über 20 Jahre in der Vorstandschaft war und sich nicht mehr zur Verfügung stellte wurde vom Turnverein zum Ehrenpräsident ernannt. Das Amt des Präsidenten blieb auf Grund fehlender Kandidaten vakant.
 

1990 

Beim Deutschen Turnfest in Bochum/Dortmund war der Verein mit einer Abordnung dabei.
 

1991 

Bei der Generalversammlung wurde Inge Müller zur neuen Präsidentin gewählt. Höhepunkt war das 100jährige Vereinsjubiläum, das mit einem grossen Festakt in der Hochrheinhalle gefeiert wurde. Es gab im Löwenkeller eine Ausstellung „100 Jahre TVG“ sowie verschiedene Turniere
der Abteilungen über das Jahr verteilt.
 

1993 

Inge Müller scheidet als Präsidentin aus. Ein Nachfolger/in konnte in der Generalversammlung nicht gefunden werden. Das Amt blieb über 5 Jahre verwaist und wurde1998durch eine Satzungsänderung aufgehoben.
 

1994 

Bei der Generalversammlung stellt der 1. Vorstand Günter Tirolf nach 10jähriger Tätigkeit sein Amt zur Verfügung. In geheimer Wahl wird Manfred Werner zu seinem Nachfolger gewählt. Zum Deutschen Turnfest nach Hamburg reisten im Mai eine Gruppe des Verein und verbrachte eine schöne Woche im Norden.
 

1996

Im Juli gründet der Turnverein die Leichtathletikabteilung. Mit dieser Gründung kann der Gailinger Ausnahmeläufer Gerhard Schneble wechseln und startet in Zukunft für den Turnverein.
 

1998 

Eine grosse Abordnung verbringt eine erlebnisreiche Woche beim Deutschen Turnfest in München.
 

1999 

Am 01. Januar wird zwischen der Gemeinde und dem Turnverein ein Überlassungsvertrag über die Alte Turnhalle geschlossen. Somit geht die Halle nach über 50 Jahren wieder in den Besitz des Turnvereins über. Zum Jahresende nach über 25 Jahren löst sich die Wandergruppe des Vereins auf.
 

2001 

Die Handballabteilung ist 25 Jahre alt. Mit einem Spiel der Mannschaft der ersten Stunde gegen die Aktuelle und einem geselligen Abend wird dieses Jubiläum gefeiert.
 

2002 

Vom 18.-25. Mai fährt eine Gruppe des Vereins nach Leipzig in die neuen Länder und entdeckt viel Neues beim Deutschen Turnfest. Mit dem Motto „Eine Reise um die Welt“ wurde der Herbstabend des Vereins in der bis auf den letzten Platz gefüllten Hochrheinhalle ein voller Erfolg.
 

2003 

Im Mai und Juni wurde in 408 Arbeitsstunden die gesamte Dachsanierung der Alten Turnhalle bewältigt. 270 Kinder aus den Turngauvereinen kamen im Juli zum „Spiel und Spass für Turnzwerge“, dass der Turnverein für den Hegau-Bodensee-Turngau veranstaltete.
 Die Küche der Alten Turnhalle wurde im Oktober renoviert. Am Jahresende stellte die Tischtennisabteilung ihren Sportbetrieb ein.
 

2004 

Der Turnverein beteiligte sich am Gailinger Trottenfest, eine Benefizveranstaltung für das Hegau-Jugendwerk. Die Abteilung Badminton feierte im Oktober bei einem Turnier mit Festakt ihr 20jähriges Jubiläum. Zum Herbstabend gastierte der Zirkus „TeVauGe“ in
seinem Zirkuszelt Hochrheinhalle.
 

2005 

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin – im Mai reiste eine gemischte Gruppe in die Hauptstadt zum Deutschen Turnfest und erlebte nach dem Turnfest-Motto „Berlin bewegt sich“ eine tolle Woche mit vielen Eindrücken.
 

2006 

30 Jahre Handball – dieses Jubiläum wurde mit einem kleinen Handballturnier und einem Fest bis spät in die Nacht gebührend gefeiert. Zu einer Märchenerzählung lud der Verein am 25.11. zum Herbstabend ein. In dieser Nacht vor 40 Jahren am 26.11.1966 wurde der Turnverein wiedergegründet, zu diesem Anlass wurden die Mitglieder der ersten Stunde geehrt.
 

2007 

Am Gailinger Dorffest, dieses Jahr 30 Jahre alt, war der Turnverein wieder mit einer Festwirtschaft dabei und hat seit dem ersten Fest im  Jahre 1977 bei allen aktiv mitgewirkt. Im Spätherbst wurde der Vorplatz um die Alte Turnhalle durch eine Pflasterung neu gestaltet.

2008 

Im Frühjahr bietet der Turnverein erstmalig ausserhalb seiner Sportstunden Pilateskurse für Mitglieder und Nichtmitglieder an. Zum Ende des Jahres wurden in der Alten Turnhalle die Sanitärräume sowie die Hallendecke renoviert.

2009 

Ein Jahr der Jubiläen, Heidi Schreiber als Übungsleiterin und Albert Kästle als Schriftführer sind in diesen Ehrenämtern seit 40 Jahren tätig. Die Abteilung Badminton besteht seit 25 Jahren und die Montagflitzer feiern im Herbst ihr 20jähriges Jubiläum mit einem zünftigen Bayrischen Abend in der Alten Turnhalle. Mit der Erneuerung des Bodens im Eingangsbereich wurde die Alte Turnhalle wieder verschönert.

2010 

An der Sportabzeichenübergabe im Januar für das abgelaufene Jahr konnten die 32 Teilnehmer ihre Urkunden mit den Anstecknadeln in Empfang nehmen. Unser Ausnahmesportler Gerhard Schneble konnte wieder tolle Lauferfolge erzielen.

2011 

Bei der Jahreshauptversammlung schied Regina Vehrke als 2. Vorsitzende aus, ihre Nachfolgerin wurde Birgit Busch. Die Freitagmänner feierten im April ihr 40jähriges Bestehen. Zum Jahresende
nach 35 Jahren löst sich die Handballabteilung auf.
 

2012     

Der Turnverein kündigte nach der Fastnacht seine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Gailinger Fastnacht. Die Montagfrauen wurden dieses Jahr 50 Jahre alt und feierten im Juni ihr Jubiläum.

2013

Für Mitglieder und Nichtmitglieder bietet der Turnverein Zumba-Kurse an. Im Oktober hat der Verein in seiner Alten Turnhalle erstmalig ein zünftiges Oktoberfest im bayrischen Stil veranstaltet.

2014

Bei der Jahreshauptversammlung wird Manfred Werner wieder zum 1. Vorsitzenden gewählt. Seit nunmehr 20 Jahren ist er im Turnverein an vorderster Front tätig. Nach 30 Jahren löst sich die Abteilung zum Jahresende auf.

2015     

Nach 45 Jahren als Übungsleiterin und Oberturnwartin geht Heidi Schreiber in den wohlverdienten Ehrenamtsruhestand. Das Oktoberfest in der Alten Turnhalle hat inzwischen einen festen Platz im Veranstaltungskalender des Turnverein.

2016

Mit einem Festakt feierte der Turnverein seinen 125. Geburtstag. In der Hochrheinhalle präsentierten sich die Vereinsgruppen und eine Ausstellung zeigte die Geschichte bis zur Gegenwart. Hermann Bommer wurde für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.

 


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